Die Entstehung des besonderen Namens „Kanuklub Industrie Essen e.V.“

Faltboot 1930

Im Jahre 1929 machte in einer Klasse der Industrieberufsschule in Essen eine Zeichnung mit der Anleitung zum Selbstbau eines Faltbootes die Runde. Einige Schüler der Berufsschule wollten ein solches Faltboot gerne nach Feierabend selber bauen. Dies geschah dann auch. 15 Schülern bauten unter der Leitung eines Fachschullehrers zweimal wöchentlich während der Freizeit in den Werkräumen der Berufsschule ihre Faltboote. Nach der Fertigstellung der ersten Boote zogen die Schüler, durch Vermittlung der Berufsschule, in ein Bootshaus an der ,,Zornigen Ameise" ein. Sie teilten sich das Haus mit dem Postsportverein. Mit den selbst gebauten Booten wurden sofort einige Rennen unter der Schirmherrschaft der Berufsschule durchgeführt.

KKI im Gründungsjahr

Nachdem die Auszubildenden 1930 ihre Lehrzeit beendet hatten und von der Berufsschule keine Unterstützung mehr zu erwarten war, beschloß man, einen selbständigen Verein zu gründen, was dann auch am 1. März 1930 geschah. Durch den Namen des neu gegründeten Vereins „Kanuklub Industrie Essen e.V.“, wurde eine bleibende Erinnerung an den Ursprung der Sportgemeinschaft, der Industrieberufsschule geschaffen.

Die Geschichte des Bootshauses an der Langenberger Straße

Bis 1932 nutzte der KKI mit dem Postsportverein gemeinsam ein Bootshaus an der Zornigen Ameise. Die Mitglieder des KKI bedauerten es deshalb sehr, als der Postsportverein, mit dem man viele gemeinsame Fahrten unternommen hatte, in ein eigenes Bootshaus umzog. Für den KKI begann damit die Suche nach einem geeigneten eigenen Bootshaus.

Es geht aus den wenigen erhaltenen Unterlagen aus den Gründerjahren nicht eindeutig hervor, von wem die Idee oder der Tip stammte, die Ruine der verfallenen Eisfabrik in Essen-Überruhr, Am Wehr der Rohmannsmühle, zu pachten und als Bootshaus auszubauen. Sicher ist jedoch, daß niemand in Begeisterung ausbrach, als man die Ruine erstmals zu Gesicht bekam.

Das Gebäude war 1685 durch den Freiherrn von Vittinghoff-Schell als Schleifmühle mit Genehmigung der Äbtissin Bernhardina von Essen errichtet worden. Pächter war der Müller Johannes Rohmann. Das Gebäude mit dem Namen ,,Rohmannsmühle" oder später auch ,Rote Mühle", diente zuerst der Gewehrfabrikation. 1726 wurde das Gebäude in eine Kornmühle umgewandelt und als solche bis in das 19. Jahrhundert noch oft erwähnt. Aus dieser Zeit stammte auch der Mühlengraben, der sich bis zur Anschüttung und Vergrößerung des Vereinsgeländes im Jahre 1978 zwischen Haus und vorgelagerter Insel befand.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Mühle vom Unternehmer Romansky, dessen Nachkommen noch bis 1980 im Obergeschoß des dem Bootshaus angrenzenden Gebäude wohnten, in eine Eisfabrik umgewandelt. Der Mühlengraben diente dem Eisfabrikanten erneut zur Kraftgewinnung. Über eine kleine Turbine, wurde Strom von ca. 60 Volt erzeugt. Nach der Beendigung der Stangeneis-Herstellung Mitte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts, verfiel der nicht genutzte Teil des Gebäudes. Dieser Teil wurde später vom Verein wiederhergestellt und zunächst allein als Bootshaus genutzt. Erst seit 1980 nutzt der Verein auch den zunächst bewohnten angrenzenden Gebäudeteil.

Bootshaus mit Mühlrad - Ruhr mit Wehr

Die Ruhr im Bereich unseres Bootshauses

Im Jahre 1773 gab die damalige Äbtissin den Auftrag unterhalb unseres Bootshauses ein Wehr und eine Schleuse zu bauen. Erst durch den Bau des Baldeneysees Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts und der damit verbundenen Anhebung des Wasserspiegels unterhalb des Wehres bis über die Wehrkrone, versank das Wehr einige Dezimeter in der Ruhr. Das dem Bootshaus gegenüberliegende Gebäude, das Fährhaus, wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert vom Freiherrn von Vittinghoff-Schell gebaut. Es diente den Schiffern, die nachts nicht auf der Ruhr fahren durften, als Rasthaus und als Übernachtungsquartier. Heute beherbergt das unserem Bootshaus gegenüberliegende Gebäude die Gaststätte ,,Fährhaus Rote Mühle".

 

Die Geschichte der Webseiten vom KKI

Unsere alte Website findet Ihr unter http://www.kki-essen.de/2007/index.html.

Unsere ganz alte Website findet Ihr unter http://www.kki-essen.de/2004/index.html.

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